Neue Bilder aus meiner Heimat - Nordfriesland

Nordfriesland bietet in vielen Gebieten, auch außerhalb der Schutzzonen, noch gute Lebensbedingungen für eine Vielzahl seltener Arten. Weite und Ruhe sind hier noch leicht zu finden, was für besonders scheue Arten unverzichtbar ist. Aber auch die Vogelzüge im Frühjahr und Herbst mit ihren Massen an Limikolen, Seevögeln, Gänsen und Enten aus Arktis, Tundra und Taiga faszinieren immer wieder aufs neue.

Die Zahl der an unseren Küsten zur Zeit vorhandenen Vogelmassen geht in die Millionen und die Greifvögel, wie Habicht, Wanderfalke, Sperber und Seeadler sorgen für derartige Formationen.

Über meine zweite Begegnung mit den Wassermardern freue ich mich ganz besonders, denn diese Fähe mit ihren beiden Jungtieren zeigt, dass es mit ihnen in Schleswig-Holstein weiter bergauf geht und aus Infos vom Naturschutz ist bekannt, dass sie das nördlichste Bundesland bereits seit längerem ganzflächig bewohnen. Durch ihre noch vorwiegend nächtliche Jagd- und Lebensweise ist das Zusammentreffen leider sehr selten und für Fotos von wilden Ottern gilt es entsprechend. Auch gibt es alljährlich gerade durch die Ausbreitung und Bestandsentwicklung immer wieder Berichte über Verkehrsunfallopfer.  

Farblaunen der Natur

Rehwild zeigt sich gelegentlich in sehr besonderer Fellfärbung. Während bei Wildschweinen "Schecken" durch Kreuzungen mit Hausschweinen gar nicht selten sind, ist mir das bei Rehen bisher nicht bekannt gewesen. Zwar sah ich in 2005 einmal ein ganz weißes Exemplar, aber über dieses Stück staunte ich sehr. In Niedersachsen (letztes Bild) leben in einem Bereich ganz schwarze Rehe - und sind dort gar nicht so selten. 

In jedem Jahr warte ich gespannt auf unsere Wintergäste aus Tundra und Taiga. Sie bieten sehr abwechslungsreiche und mit faszinierenden Arten eine besondere Wildlifefotografie, die es anderswo so wohl nicht gibt. Allen voran die schnellen Zwergsäger, aber auch Zwerg- und Singschwäne treffen in großer Zahl nach dem langen Flug in unseren küstennahen Speicherbecken ein, um sich die verbrauchten Energiereserven wieder aufzufüllen.

Die Brutgebiete der Seidenschwänze liegen im Norden der Taiga und am Übergang zur Tundra. Viele überwintern in Schleswig-Holstein gern in küstennahen Bereichen der Ostsee, wo sie sich hauptsächlich von Beeren ernähren, die jetzt reichlich auf Hecken und Sträuchern vorhanden sind.

Die lautstarken Singschwäne übernachten in den flachen Speicherbecken und starten morgens zur Nahrungsaufnahme auf umliegende Felder.  

Der etwas kleinere Vetter des Singschwans überwintert ebenfalls in Schleswig-Holstein und das in großer Zahl. Mit etwa 2000 Exemplaren erleben wir sie schon seit Jahren im Eider-Treene-Sorge Gebiet. Erstmals konnte ich in dieser Wintersaison auch größere Einflüge in unseren küstennahen Speicherbecken dokumentieren. Die gelbe Schnabelfärbung fällt beim Zwergschwan im Bereich der Mitte des Schnabels senkrecht nach unten ab, während sie beim Singschwan über die Mitte hinaus spitz ausläuft.

Die Zahl der Seeadler steigt an unseren Küsten stetig und er macht seinem friesischen Namen "Gooseodler" sozusagen alle Ehre, denn die Zahl der Gänse geht in die Millionen während des Herbstzuges und seine Jagdchancen sind gut.

Ebenfalls ein Wintergast aus dem hohen Norden ist der Raufußbussard, der von Oktober bis April hier in unseren Kögen lebt und vor allem Mäuse, sehr häufig im Rüttelflug jagt. Mit gut 20 cm mehr Spannweite ist er um einiges größer als unser Mäusebussard, aber im Gegensatz zu ihm gibt es nicht die Farbvielfalt von weiß bis fast schwarz, sondern dieses helle Kopfgefieder, das über den Hals bis zum Körper immer dunkler wird.. Bei den Sumpfohreulen ist er nicht so gern gesehen, aber bis zur neuen Brutsaison im Frühjahr wird er geduldet. Dennoch können sich die Eulen die ein oder andere Attacke nicht verkneifen.